Vision Elbsandstein

Parkplatz Haidemühle

Das Anwesen mit der Bezeichnung “Haidemühle“ befindet sich im unteren Kirnitzschtal zwischen “Beuthenfall“ und “Lichtenhainer Wasserfall“. In dem engen Tal wird es westlich von Kirnitzschtalstraße und Kirnitzsch begrenzt. Die östliche Grundstücksseite bilden die aufsteigenden Felsen des angrenzenden Kuhstall- und Winterberggebietes.

 

Eine Mühle wird bereits 1592 auf dem Grundstück erwähnt, die jedoch später abbrennt. Wiederaufgebaut und mit Schankrechten ausgestattet gehört sie Anfang des 19. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Gasthäusern im unteren Kirnitzschtal. *) Später befindet sich hier ein Sägewerk, zuletzt ein Betriebsferienheim sowie eine Gaststätte.

 

Zum Gebäudebestand gehören heute ein zweigeschossiges unter Denkmalschutz stehendes Fachwerkgebäude, das vermutlich als Wohnhaus diente, jetzt jedoch stark baufällig und akut einsturzgefährdet ist. Nördlich davon wurde in den 60-er Jahren ein Gaststättengebäude vermutlich auf historischen Grundmauern errichtet. Im Untergeschoß sind Reste des Mühlgrabens vorhanden.

 

Ein eingeschossiger Verbindungsbau diente als Sanitärtrakt. Straßenseitig, direktam Flussufer, befindet sich ein eingeschossiges, barackenartiges Bauwerk mit Büro- und Wohnräumen. An der südlichen Spitze des Grundstücks liegt ein kleines Nebengebäude, das teils aus Sandstein und z.T. als einfache Holzkonstruktion errichtet wurde. Nach Augenschein ist das Gebäude in einem relativ guten Zustand. Im nördlichen Teil des Grundstücks, offensichtlich mittig auf der östlichen Flurstücksgrenze, befindet sich ein relativ neues, jedoch nicht mehr genutztes Transformatorengebäude. In unmittelbarer Nähe steht auf massivem Fundament der Stahlgittermast einer Stromleitung.

 

Im Norden beginnend, verläuft in südlicher Richtung der ehemalige Mühlgraben über das gesamte Grundstück. Anfänglich offen, ist er im mittleren Teil überbaut. Der Mühlgraben steht als technische Anlage ebenfalls unter Denkmalschutz. Die vorliegende Planung sieht vor, den Gebäudebestand mit Ausnahme des kleineren Nebengebäudes am südlichen Ende des Grundstücks abzubrechen und auf der gesamten Fläche einen Parkplatz für PKW zu schaffen. Die Oberfläche wird als nicht versiegelter Schotterrasen naturnah gestaltet werden. Der Mühlgraben bleibt erhalten, wird jedoch mit Abbruchmaterial verfüllt. In Teilen wird die Mauerkrone sichtbar bleiben und den Verlauf zeigen. Die grundstücksseitige Ufermauer aus Sandstein wird teilweise abgetragen, der Uferbereich renaturiert, angeböscht und mit standortgerechter Vegetation begrünt. Zur optimalen Anordnung von Parkbuchten und Fahrgassen werden alternative Lösungsansätze untersucht und in vier Varianten dargestellt. In der Vorzugsvariante wird der größte Teil der Stellplätze parallel zur Kirnitzsch angeordnet und von hochstämmigen Bäumen verschattet, ergänzt durch Parkbuchten entlang der östlichen Flurstücksgrenze. Zur Abstimmung dieser Maßnahmen wurden Vor-Ort-Termine mit Behördenvertretern durchgeführt.

 

Grundsätzlich wird das Vorhaben von allen Seiten befürwortet, da es dem Schutzzweck der Nationalparkregion nicht zuwiderläuft und zur Entlastung der problematischen Verkehrssituation im Kirnitzschtal beiträgt. 


*) Quelle: Zwischen Sebnitz, Hinterhermsdorf und den Zschirnsteinen, Akademieverlag Berlin 1959   „Lehrpfad Flössersteig“ o.A.